Über mich

Vita

  • Geboren am 29. Februar 1964 in Bochum, wohnhaft seit 1994 in Kerpen-Buir
  • 3 Töchter
  • Diplom-Oecotrophologin (Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin) 1992

Freiberufliche Tätigkeiten:

  • für die Ernährungswirtschaft, für das Verlagswesen und den Buchhandel, als Dozentin für Bildungseinrichtungen und Qualifizierungsgesellschaften von 1991 bis 2015
  • in der Transformationsberatung als Referentin und Beraterin für Kohleausstieg, nachhaltigen Strukturwandel, Zivilgesellschaft und Netzwerkarbeit seit 2015
  • als Regionalpartnerin für Greenpeace Energy e.G. 2016/17

Befristete Beschäftigungsverhältnisse:

  • Projektleiterin der Dienstleistungsagentur Casa Blanca, low-tec gGmbh, Düren (1.06.2001 bis 28.02.2002)
  • Projektmitarbeiterin im Koordinierungsbüro der „Anti-Kohle-Menschenkette 2015″, BUND NRW, Landesgeschäftsstelle Düsseldorf (26.01. bis
    31.05.2013)
  • Gründungsmitglied der Bürger inneninitative Buirer für Buir 2007
  • Projektkoordinatorin bei der Klima-Allianz Deutschland e.V. (Kohlepolitik und nachhaltiger Strukturwandel in NRW) 2017 – 2022
  • Mitglied der Kommission für Wachstum, Beschäftigung und Strukturwandel der Bundesregierung (Kohlekommission) 2018 – 2019
  • Mitglied im „Beirat der Wirtschaft, Wissenschafts- und Sozialpartner zur Begleitung des Strukturwandels im Rheinischen Revier“ des MWIDE
    NRW seit 2019
  • Sachverständige zum Kohleausstieg im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages 2020
  • Mitglied in der Kommission Rheinisches Revier beim Regionalrat Köln seit 2021
  • Mitglied im Arbeitskreis Strukturwandel des Rates des

Meine Motivation

Im Frühjahr 2021 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Klimapolitik der alten Bundesregierung, der großen Koalition aus CDU und SPD, gegen die Freiheitsrechte der jungen Generationen verstößt. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt schon seit beinahe 17 Jahren zivilgesellschaftlich für Klimagerechtigkeit aktiv war, erinnere ich mich eindrücklich an diesen Moment. Mir wurde klar, dass die Politik nicht verfassungskonform handelt. Ebenso frustrierend war es für mich zu sehen, wie rückwärtsgewandt die amtierende schwarz-gelbe Regierungskoalition den Kohleausstieg und den Strukturwandel „bei mir vor der Haustür“ angeht. So wurden und werden die wichtigen Impulse, die wir in der Kohlekommission verhandeln konnten, von der Landesregierung konterkariert. Ich erlebe, wie die wertvolle und engagierte Arbeit der Verbände, der Anwohner und der Klimabewegung ignoriert werden. Stattdessen herrschen die Verharrungskräfte einer Weiter-So-Mentalität. Am 10. Dezember 2021 wählte die Landesdeligiertenkonferenz der Grünen mich auf Platz 13 unserer Landesliste.

Hier ein Screenshot von dem Youtube-Video. Bitte Link und Screenshot senden.

Wie verheerend diese Einstellung ist, wurde mir durch meine Mitarbeit in verschiedenen Gremien immer und immer wieder vor Augen geführt. Ein Schlüsselmoment war, als ich als Koordinatorin für nachhaltigen Strukturwandel im Beirat zur Begleitung des Strukturwandels im Rheinischen Revier eine revierweite Waldvernetzung anregte. Diese ist essentiell, damit wir das Artensterben eindämmen, Naherholungsgebiete schaffen und unsere Region an den Klimawandel anpassen können und somit resilient für die Zukunft aufstellen. Entgegnet wurde mir: ‚Frau Grothus, wir tun doch schon genug für den Umweltschutz in NRW – wir steigen doch schon aus der Kohle aus!‘
Zum Download

Ehrlich gesagt: Wir brauchen Politikerinnen mit einem ganzheitlichen Verständnis in einer Zeit der multiplen Krisen. Politikerinnen, die die ökologischen Krisen ignorieren, die den Aufbruch in eine klimagerechte Zukunft ausbremsen und für die Politik auf Augenhöhe mit den Bürger*innen nur ein hohle Phrase ist, müssen abgelöst werden. Statt Bremsern und Verweigerern brauchen wir parlamentarische Mehrheiten für frischen Wind und einen anderen Politikstil.

Deswegen habe ich mich dafür entschieden, meine Energie dafür einzusetzen, der gesellschaftlichen Mehrheit für soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Partizipation eine parlamentarische Mehrheit an die Seite zu stellen. Gemeinsam haben progressive Mehrheiten in Düsseldorf, in der Zivilgesellschaft und auf der Straße die Möglichkeit, die Welt zu verändern. Dafür trete ich an.

Mit Verantwortungsbewusstsein, einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, Gestaltungswillen und Mut, denn wie heißt es in meiner Heimatstadt,
der Kolpingstadt Kerpen:

„Wer Mut zeigt, macht Mut“


Ich bin 1964 in Bochum „auf Kohle“ geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, wo der Gartenbetrieb meiner Eltern einer grünen Insel zwischen Zechen- und Industriegeländen glich. Nach Lebensstationen auf Langeoog, in Bonn und Regensburg lebe ich seit 1994 in Kerpen-Buir im Rhein-Erft-Kreis und habe drei Töchter. Als Diplom-Oecotrophologin (Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin) habe ich mich beruflich viele Jahre lang mit gesunden und guten Lebensmitteln befasst. Ich war überwiegend freiberuflich tätig: unter anderem im Verlagswesen und Buchhandel, als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Ernährungswirtschaft und als Dozentin in Bildungseinrichtungen und Qualifizierungsgesellschaften. Ab 2015 verlagerte sich der Schwerpunkt meiner Selbständigkeit auf die Transformationsberatung.  In diesem Rahmen arbeite ich als Referentin zu den Themen Energiewende, Kohleausstieg, nachhaltiger Wandel, Netzwerkarbeit und zivilgesellschaftliches Engagement.

Screenshot
Anhören auf Spotify

In der ersten Folge meines Podcasts „Alles Gefragt“ bin ich selbst Gästin. So bekommt ihr einen Einblick in die Stationen in meinem bisherigen Leben und habt die Möglichkeit, mich zumindest über eure Kopfhörer kennenzulernen.

Wie viele Menschen in meiner Wahlheimat bin auch ich eine der persönlich von den negativen Auswirkungen des unmittelbar neben Kerpen-Buir gelegenen Kohletagebaus Hambach Betroffenen. Als im Jahr 2004 bekannt wurde, dass die Autobahn A4 für den Tagebau an unseren Ortsrand verlegt werden sollte, wurde ich aktiv und habe 2007 den Verein Buirer für Buir mitgegründet, der sich für den Erhalt der Lebensqualität in Buir, die Pflege von Natur und Kultur und eine aktive Zivilgesellschaft einsetzt.

Mein Fokus erweiterte sich schnell auf das Thema Klimaschutz und ich begann, mich mehr und mehr mit den politischen Strukturen des Kohleabbaus zu beschäftigen. Mir wurde schnell klar, dass es ein klimapolitischer Kraftakt sein würde, die Braunkohle im Boden zu lassen und den Kohleausstieg klimagerecht vorzuziehen. 2015 organisierte ich für ein zivilgesellschaftliches Bündnis eine Menschenkette mit mehreren Tausend Teilnehmenden am Tagebau Garzweiler – die damals größte Klimaaktion seit Jahrzehnten! Um eine dialogische Lösung des Konflikts um den Hambacher Wald zu initiieren, brachte ich im Frühjahr 2016 die Initiative Bündnis Friedensplan mit auf den Weg. Hier versammelten sich kirchliche Organisationen, Parteien, Bürgerinitiativen und engagierte Einzelpersonen, um RWE zu einem einjährigen Rodungsstopp zu bewegen, der allen Beteiligten eine Denkpause und Zeit für Austausch verschaffen sollte. Im Rahmen der Klimaschutzverhandlungen in Bonn im November 2017 zeichnete mich die Nothilfeorganisation CARE als eine von zwölf weltweiten ‚Klimaheldinnen’ aus. Dies ist mir bis heute eine besondere Ehre und erinnert mich stets daran, dass wir hier im Revier auch eine globale Verantwortung tragen: all denjenigen gegenüber, die in anderen Teilen der Erde schon länger von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind.


Im Juni 2018 wurde ich als Vertreterin der Region und der betroffenen Anwohner*innen im Rheinischen Braunkohlenrevier von der Bundesregierung in die Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, die sog. Kohlekommission, berufen. Für diese Tätigkeit wurde ich von der Klima-Allianz Deutschland e.V. freigestellt, bei der ich seit April 2017 als Koordinatorin für Kohlepolitik NRW tätig war. Seit meiner Mitarbeit in der Kommission widme ich mich mit Leidenschaft der Gestaltung eines nachhaltigen Wandels in unserer Region, sowohl ehrenamtlich als auch beruflich in meiner neuen Funktion als Koordinatorin für nachhaltigen Strukturwandel bei der Klima-Allianz Deutschland. Für sie bin ich seit 2019 Mitglied im „Beirat der Wirtschaft-, Wissenschafts- und Sozialpartner zur Begleitung des Strukturwandels im Rheinischen Revier“ des NRW-Wirtschaftsministeriums. Aktuell befinde ich mich im gesetzlich geregelten „Wahlvorbereitungsurlaub“, da ich mein Engagement für die Region gerne als Landtagsabgeordnete weiterführen möchte.

Mit Sibylle Keupen unterhalte ich mich über meinen Lebenslauf, mein Engagement und unsere Region.

Zivilgesellschaftliches Engagement

Ich bin eine der persönlich von den negativen Auswirkungen des unmittelbar neben Buir gelegenen Kohletagebaus Hambach Betroffenen. Als im Jahr 2004 bekannt wurde, dass die Autobahn A4 für den Tagebau an unseren Ortsrand verlegt werden sollte, wurde ich aktiv und habe 2007 den Verein Buirer für Buir mitgegründet, der sich für den Erhalt der Lebensqualität in Buir, die Pflege von Natur und Kultur und eine aktive Zivilgesellschaft einsetzt.  Schwerpunkte meiner Arbeit waren die klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und mein Engagement als klimabewegte Netzwerkerin.

Ein Meilenstein für die Klimabewegung im Rheinland war die Anti-Kohle-Menschenkette 2015, welcEin Meilenstein für die Klimabewegung im Rheinland war die Anti-Kohle-Menschenkette 2015, welche ich hauptamtlich mitorganisierte. Über 5000 Leute – das war für die Klimabewegung damals unglaublich viel – kamen zum Tagebau Garzweiler und zeigten so einer bundesweiten Öffentlichkeit das Ausmaß der Zerstörung und setzten ein ganz deutliches Signal für den Kohleausstieg. Die Idee, mit Menschenketten unseren Zusammenhalt auszudrücken und uns schützend zwischen die Kohlebagger und unsere Region zu stellen, haben wir Klimabewegte mit mehreren Rote-Linien-Aktionen auch bei Hambach umgesetzt. Dabei ist auch der gleichnamige Dokumentationsfilm entstanden, der die Geschichte des Hambacher Widerstands auf sehr eindrückliche Weise erzählt.

Im Herbst 2016 habe ich die Petition „Hambacher Wald retten und Klima schützen“ auf der Plattform WeAct gestartet. Ich kann es immer noch kaum glauben, aber inzwischen haben über 150.000 Menschen dort unterschrieben! Leider wollte Herr Laschet diese Petition nie annehmen. Ihn gibt es als Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westphalen inzwischen nicht mehr – den Hambacher Wald aber schon!

Besondere Freude machte es mir, im gleichen Jahr das Protestorchester Lebenslaute bei ihrer Aktion Andante an der Kante dabei zu unterstützen Probenräume und Unterkünfte zu finden. Welch unglaubliches Bild bot sich bei der Aktion, die ich vom Aussichtspunkt vor Elsdorf mit dem Fernglas beobachtete: achtzig Menschen mit Cello und Tuba und Fagott vor dem Riesenbagger, Musik statt Maschinenlärm, Kreativität statt Zerstörung. Diese Aktion ging nicht nur ins Ohr, sondern auch unter die Haut, denn selbst von meinem entfernten Standort aus drangen die harmonischen Klänge klassischer Musik bis zu uns, die wir außerhalb des Tagebaues zuhörten. Mich haben insbesondere diese kreativen Aktionen mit klassischer Musik sehr bewegt, da ich in einer musikbegeisterten Familie aufgewachsen bin und es genieße unserer Klavier- und Cellohausmusik zu lauschen.

Unsere Proteste bauten immer mehr Druck auf die Bundesregierung auf, die schließlich mit der sogenannten Kohlekommission erstmalig über ein Ende der Kohle in Im Winter desselben Jahres tagte in Paris die internationale Klimakonferenz der Vereinten Nationen, auf der schließlich das Pariser Klimaziel vereinbart wurde. Um der Klimabewegung und dem Braunkohlewiderstand eine eigene Stimme und ein eigenes Gesicht dort zu verleihen, habe ich den rheinländischen Routenabschnitt des Klimastaffellaufs Run For Your Life organisiert. Über hundert Läufer*innen im Alter von acht bis 75 Jahren sind dabei von Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, bis nach Paris gelaufen. Mit begeisternder Leidenschaft und viel Durchhaltevermögen trugen sie ihre Vision einer klima- und sozial gerechten Gesellschaft durch Europa. Diese Aktion hat nicht nur sehr viel Spaß gemacht, sondern auch die internationale Verantwortung gezeigt, die wir im Rheinischen Revier für den Schutz des Klimas haben.

Um eine dialogische Lösung des Konflikts um den Hambacher Wald zu initiieren, brachte ich im Frühjahr 2016 die Initiative Bündnis Friedensplan mit auf den Weg. Hier versammelten sich kirchliche Organisationen, Parteien, Bürgerinitiativen und engagierte Einzelpersonen, um RWE zu einem einjährigen Rodungsstopp zu bewegen, der allen Beteiligten eine Denkpause und Zeit für Austausch verschaffen sollte. 

Im Rahmen der Klimaschutzverhandlungen in Bonn im November 2017 zeichnete mich die Nothilfeorganisation CARE als eine von zwölf weltweiten ‚Klimaheldinnen’ aus. Dies ist mir bis heute eine besondere Ehre und erinnert mich stets daran, dass wir hier im Revier auch eine globale Verantwortung tragen: all denjenigen gegenüber, die in anderen Teilen der Erde schon länger von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind.

Anfang 2018 zeichnete mich das Medienhaus Aachen bei seiner Gala „Menschen 2017“ für mein in der Region verwurzeltes Engagement, „meine echte Herzensangelegenheit“,  rund um den Erhalt des Hambacher Wald aus. 

Unsere Proteste bauten immer mehr Druck auf die Bundesregierung auf, die schließlich mit der sogenannten Kohlekommission erstmalig über ein Ende der Kohle in Deutschland diskutieren ließ. Ich wurde im Juni 2018 als Vertreterin unserer Region und der betroffenen Anwohnerinnen im Rheinischen Braunkohlenrevier von der Bundesregierung in die Kommission berufen. Hier waren mir neben einem möglichst frühen Kohleausstieg, dem Erhalt des Hambacher Waldes und der Dörfer auch die soziale Absicherung der Beschäftigten und ein transparenter und bürgernaher Strukturwandel wichtige Anliegen. Durch unser Engagement haben wir eine gesellschaftliche Mehrheit für Klimaschutz und Generationengerechtigkeit aufgebaut. Dieser möchte ich nun auch eine parlamentarische Mehrheit an die Seite stellen, damit wir den Wandel wirklich gerecht und nachhaltig gestalten können. Dabei werde ich natürlich versuchen in engem Austausch mit der aktiven Zivilgesellschaft zu bleiben und möchte euch ermutigen, euch einzubringen, euch zu engagieren und den Druck „auf der Straße“ aufrecht zu erhalten. Denn eines habe ich im letzten Jahrzehnt gelernt: aktive Bürgerinnen können die Welt verändern!