Gemeinsam für die Zukunft des Hambacher Waldes: Antje Grothus diskutiert mit BUND NRW über den Weg zum Wildnisentwicklungsgebiet

Rund 50 Interessierte nahmen am Dienstag an einer rund zweieinhalbstündigen Führung durch den Hambacher Wald teil. Gemeinsam mit Vertreter*innen des BUND NRW lud die Landtagsabgeordnete Antje Grothus im Rahmen der Sommer-Umwelttour der Arbeitsgemeinschaft Umwelt der Grünen Landtagsfraktion dazu ein, den aktuellen Zustand des Waldes zu erkunden und über seine Zukunft zu sprechen. Begleitet wurde sie dabei von ihren Fraktionskolleg*innen Norika Creuzmann, Gregor Kaiser, Astrid Vogelheim und Volkhard Wille.

260721 Grothus HambacherWald Spaziergang

Erst vor wenigen Wochen wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht: Der Hambacher Wald soll in öffentliches Eigentum übergehen, dauerhaft unter Schutz gestellt und als Wildnisentwicklungsgebiet entwickelt werden. Zudem sollen Waldkorridore den Hambacher Wald künftig mit der Steinheide und dem Merzenicher Erbwald verbinden. Bis Ende des Jahres werden die Eckpunkte nun in einem verbindlichen Vertrag konkretisiert.

„Die Einigung ist ein wichtiger Meilenstein und das Ergebnis jahrzehntelangen Engagements unzähliger Menschen. Gleichzeitig stehen wir jetzt an einem entscheidenden Punkt: Bis Ende des Jahres werden die konkreten Vereinbarungen ausgehandelt. Dabei gibt es noch wichtige Fragen zu klären – etwa wie der dauerhafte Schutz des Waldes rechtlich abgesichert wird, wie die Waldverbundkorridore umgesetzt werden und wie sichergestellt wird, dass sich die Natur langfristig ungestört entwickeln kann“, erklärt Antje Grothus.

Während des Spaziergangs machten die Vertreter des BUND NRW deutlich, wie eng die heutige Perspektive des Hambacher Waldes mit jahrzehntelangem zivilgesellschaftlichem Engagement verbunden ist.

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz erinnerte anhand historischer Aufnahmen aus Oaktown an die großflächigen Rodungen im Jahr 2018. Die Bilder zeigten eindrucksvoll, wie stark die Eingriffe damals waren – und zugleich, wie bemerkenswert sich die Natur viele Flächen inzwischen zurückerobert hat. Diese natürliche Entwicklung zuzulassen und zu fördern sei genau das Ziel eines Wildnisentwicklungsgebietes.

Dirk Jansen zeichnete den langen juristischen Weg des BUND NRW nach. Er erinnerte an die erfolgreichen Klagen gegen die Rodungspläne und den gerichtlichen Rodungsstopp im Jahr 2017, der zu einem Wendepunkt im Konflikt um den Hambacher Wald wurde. Der heutige Erfolg sei ohne die Beharrlichkeit der Umweltverbände und vieler Engagierter nicht denkbar gewesen.

Holger Sticht lenkte den Blick auf die besondere Artenvielfalt des Waldes. Pflanzen wie Blutampfer oder die Winkel-Segge seien Hinweise auf die stellenweise gute Vernässung des Gebietes und auf wertvolle sumpfwaldartige Lebensräume. Trotz der Belastungen der vergangenen Jahrzehnte und den Auswirkungen der Klimakrise zeige der Wald damit eine erstaunliche ökologische Widerstandskraft. Sein Fazit machte vielen Teilnehmenden Mut: „Stand heute ist die Perspektive für den Hambacher Wald ideal. Die Ausweisung als Wildnisentwicklungsgebiet ist aus Sicht des BUND NRW der richtige nächste Schritt.“

Für Antje Grothus war der Spaziergang deshalb auch ein Zeichen des gemeinsamen Aufbruchs: „Der Hambacher Wald steht wie kaum ein anderer Ort für den Einsatz der Zivilgesellschaft. Dass wir heute nicht mehr über seine Rodung, sondern über seine Zukunft als Wildnis sprechen können, ist alles andere als selbstverständlich. Jetzt gilt es, diesen Erfolg sorgfältig auszugestalten und dauerhaft abzusichern. Der Hambacher Wald verdient die bestmögliche Zukunft – dafür setzen wir uns gemeinsam ein.“

Zum Abschluss des Spaziergangs stieß auch Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen hinzu. Er berichtete über den aktuellen Stand der Gespräche rund um die Zukunft des Hambacher Waldes und betonte, dass der Dialog mit den Menschen, die den Wald bewohnen, fortgesetzt werde. Ziel sei es, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden, die auch die Sichtbarkeit der Protestgeschichte an diesem besonderen Ort berücksichtigt.